Hier unter dem Menupunkt "Aktuelles" sollen in unregelmäßigen Abständen subjektive und allgemeine
Überlegungen und Einschätzungen zur Lage an den Aktienmärkten abgegeben werden. Die zeitlich letzte
Einschätzung steht dabei ganz oben. Ich verweise bei nachfolgenden Aussagen auf den Disclaimer.
Nachfolgende subjektive Meinungen zur Börse dienen nur zur Information. Sie sind keine Grundlage
für eine Anlageempfehlung und/oder Anlageentscheidung. Wenden Sie sich zu diesem Zweck
bitte an Ihren Anlageberater bzw. Ihre Bank
oder Sparkasse.
Einschätzungen in 2012:
06. Februar 2012 - DAX bei rund 6.756 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.806 Punkten (Schlußstand vom 05. Februar 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,306:
Die Börse zeigt sich derzeit von ihrer besten Seite. Nahezu täglich steigt die Börse hüben wie
drüben des Atlantiks. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Phase vielleicht, auch im Hinblick
auf die Jahreszyklen (sell in may and go away!), noch bis Ende April tendenziell anhalten
könnte. Doch Vorsicht! Der Baltic Dry Index ist mittlerweile auf ein absolutes Rekordniedrigniveau
gefallen. Daher muss man die Erwartung an die Wirtschaft zumindest einkalkulieren, dass es
bald schon zu ersten Signalen einer realwirtschaftlichen Abschwächung kommen könnte.
Trotz ermutigender Zahlen aus der jüngsten Vergangenheit. Dass, was der Baltic Dry Index
signalisiert, könnte den DAX im weiteren Verlauf von 2012 auf ein Niveau absenken, dass
das Niveau der Krise in 2008/2009 unterschreiten könnte. Wir reden hier über ein Kursniveau
von rund 3700 Punkten im DAX. Ich halte es für eine ganz gute Idee, die derzeit laufende
Party an der Börse zu geniessen, aber den Markt nahezu täglich zu beobachten. Beim ersten
Anzeichen einer Trendumkehr bei den Börsenkursen wäre es vielleicht eine gute Idee, sich
von einem Großteil seiner Aktienpositionen zu trennen und die Aktienquote unter 10 % zurück
zu fahren. Mit Trendumkehr meine ich natürlich nicht einen einzelnen Tag an den Börsen, der im
Minus
endet.
26. Januar 2012 - DAX bei rund 6.508 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.757 Punkten (Schlußstand vom 25. Januar 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,315:
Der Aufschwung, zumindest in Bezug auf die Börse und die Aktienkurse, ist jetzt unverkennbar
da. Es hat für mich den Anschein, als wären die schlimmsten Meldungen in Bezug auf die
europäische Schuldenkrise bereits hinter uns. Die Zinsmärkte haben sich ein wenig
beruhigt und so langsam sollten auch die geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen verschiedener
Notenbanken eine anfängliche Wirkung zeigen.
Es scheint so zu sein, als wäre das Vertrauen der Börsianer zunächst zurück gekehrt. Positiv reagiert
haben dabei viele Aktienkurse. Insbesondere bei Unternehmen, die im letzten Quartal von 2011
von einer moderaten Abwärtsbewegung der Aktienkurse in eine scharfe Abwärtsbewegung der
Aktienkurse übergegegangen sind, zeigt sich bis dato, dass sich der letzte Aktienkurseinbruch
zumindest wieder ausgeglichen hat.
Was nun an der Börse folgen könnte, ist vermutlich der Blick auf die Konjunktur und auf die
Unternehmensergebnisse. Wenn Aussicht besteht, dass sich die Konjunktur in wichtigen
Ländern stabilisiert und auch wieder leichtes Wachstum der Wirtschaft erkennbar sein wird,
dürften die Aktienkurse noch deutlich weiter anziehen. Denn es war vor allem das enorm große
Mißtrauen, dass die Aktienkurse ab Mitte 2011 in die Tiefe gerissen hat. Die Geldpolitik steht
einem weiteren deutlichen Anstieg der Aktienkurse nicht nur nicht entgegen, sondern sie fördert
derzeit weitere Kursaufschläge... und vielleicht auch eine signifikantere Erholung von Bank- und
Finanzaktien weltweit!? Die Risiken dieses Szenarios lauern meiner Meinung nach in einem
neuerlichen Aufflackern der Schuldenkrise in Europa und vor allem darin, dass sich die Konjunktur
entgegen der derzeit geschürten Erwartungen nicht erholt, sondern vielleicht sogar erneut in eine
rezessive Entwicklung übergeht. Bedenklich hier der inzwischen noch weiter abgesunkene
Baltic Dry Index, der jetzt so tief steht wie in der letzten Dekade nicht mehr, wenn man von dem
Wert absieht, der auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in 2008/2009 erreicht wurde. Dieser
und ähnliche Indikatoren, zusammen mit den Aussagen der amerikanischen Notenbank, die sich
scheinbar sicher ist, dass sich zumindest bis Ende 2014 die Konjunktur nicht wesentlich erholt,
stimmen mich nachdenklich. Unter dem Strich schlage ich daher erneut vor, nur die Hälfte des zur
Aktienanlage verfügbaren Kapitals einzusetzen.
19. Januar 2012 - DAX bei rund 6.361 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.579 Punkten (Schlußstand vom 18. Januar 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,287:
Nun scheint es immer mehr Anzeichen zu geben, dass der gesamte Solarsektor, der in den
letzten Tagen abermals mit drastischen Kursgewinnen überzeugen konnte, das Tal der Tränen
verlasen könnte. Dieser im Prinzip auch zyklische Bereich steht möglicherweise vor einer Renaissance
im Hinblick auf die Aktienkurse und vermutlich dürften hier in den nächsten Monaten/Jahren sehr
positive Kursbewegungen, wenngleich unter Schwankungen, zu erwarten sein!?
Im Hinblick auf die allgemeine Wirtschaft und auch die allgemeine Börsenlage gab es in der
Vergangenheit positive Hinweise von der Konjunkturfront und auch aus einzelnen Unternehmen.
Demgegenüber gibt es aber auch warnende Stimmen, die ein Übersteigen der Krise von 2008
für möglich halten, wenn die Schuldenkrise nicht in den Griff zu bekommen ist. Erfreulich auch
hier, dass eine neuerliche Abstufung verschiedener europäischer Länder einer amerikanischen
Ratingagentur weder auf den Zinsmärkten, noch auf den Aktienmärkten für Gegenwind
gesorgt hat. Beunruhigend aus meiner Sicht ist der eklatante Rückgang des Baltic Dry Index
innerhalb eines kurzen Zeitfensters. Dieser Index gibt Auskunft über die Frachtraten, also über
die Preise für den Transport von Gütern. Mittlerweile liegt der Baltic Dry Index auf einem absolutem Niveau,
dass in den letzten 10 Jahren nur zweimal tiefer lag als heute. Zum Einen Ende 2001. Zum Anderen
Ende 2008. In beiden Fällen gab es nach einem solchen Tiefststand noch einmal eine Abwärtsbewegung
an den Börsen. Obwohl auch ich mich gerne von der guten Börsenstimmung anstecken lasse,
möchte ich dennoch auf ein reales Risikoszenario hinweisen, dass das Potential besitzen könnte,
die Börsen noch einmal eklatant in die Tiefe zu reissen. Unter dem Strich halte ich es aktuell
vielleicht für eine gute Idee, nur die Hälfte der Summe im Aktienmarkt anzulegen, die für den
Aktienmarkt eingeplant ist. Sie würden mit dieser Strategie von weiteren, potentiell möglichen
Anstiegen der Aktienkurse proftieren, ohne gleichzeitig alles zu riskieren, falls die zuvor
beschriebenen Risikoszenarien doch noch zum Tragen kommen.
11. Januar 2012 - DAX bei rund 6.170 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.462 Punkten (Schlußstand vom 10. Januar 2012) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,278:
Zunächst ein kleiner Rückblick. In meinem Kommentar vom 21. Dezember 2011 habe ich vermutet,
dass der ausgebombte Solarmarkt in Teilen an der Börse wiederbelebt werden könnte. Diese
Vermutung hat sich bis dato als richtig erwiesen. Viele Unternehmen aus dem solaren Bereich,
die nicht insolvenzgefährdet erscheinen, haben seit dem teils kräftige Kursgewinne verzeichnet.
Zudem gab es in den vergangenen Tagen die Nachricht, dass im Monat Dezember in Deutschland
so viele Solaranlagen angeschlossen wurden, wie noch nie. Eine sterbende Industrie sieht meiner
Meinung nach anders aus. Nun lässt sich auch heute noch bei den wichtigsten Playern der
Solarbranche (Ausrüster, Zellen- und Modulhersteller sowie Wechselrichterhersteller) aus rein
betriebswirtschaftlicher Sicht eine eklatante Unterbewertung erkennen, die sich schliessen sollte,
wenn sich die Geschäfte zumindest stabilisieren. Kurz, wenn also Vertrauen in zukünftig steigende
Gewinne in diesem Bereich zurück kehrt. Im Windschatten der Solarbranche sollte der Anleger
meiner Meinung auch den gesamten Bereich der LED´s nicht ausser Acht lassen. Hiermit meine
ich nicht nur eine im TecDax notierte Aktie, sondern auch in den USA ist bei diesen Gesellschaften,
die in diesem Bereich tätig sind oder Geschäftsfelder besitzen, eine spürbare Kurserholung
zu verzeichnen. Ein kleines, aber bilanziell excellent aufgestelltes Unternehmen in diesem Bereich
hat zum Beispiel innerhalb von 2 Tagen rund 20 % im Kurs zugelegt. Alles in allem Signale,
dass die Gewinne in diesem Bereich in Zukunft wieder kräftiger sprudeln könnten.
Aber auch insgesamt gesehen mehren sich derzeit die Zeichen, dass die Wirtschaft doch wieder
anspringen könnte, was die Börse ja dann bekanntlich einige Monate vorab mit steigenden Kursen
vorweg nehmen würde.
So gab es zuletzt aus den USA wieder gute Berichte vom Arbeitsmarkt. Aber auch der Automobilmarkt,
grundsätzlich ein sehr zyklischer Bereich, scheint zumindest für 2012 steigende Umsätze zu sehen.
Wäre dem so, und würde auch 2013 nicht ein hartes Ende der Absätze in dieser Branche
eingläuten, wären Automobilaktien, insbesondere jene aus dem Premiumbereich, alles andere
als teuer. Dies würde, bei weiter positiven Absatzzahlen (Absatzsteigerungen), natürlich auch auf
viele Zulieferbranchen der Autohersteller abstrahlen. Neben den klassiischen Zulieferbranchen
gibt es ja inzwischen auch sehr viel im Auto verbaute Elektronik. Auch in diesem Bereich hält der
deutsche Aktienmarkt bei positiver Autokonjunktur sicher die ein oder andere Chance bereit.
Nicht zu vergessen, dass ein großer Aluminiumhersteller in den USA jüngst einen sehr positiven Ausblick
gegeben hat, der signalisieren könnte, dass die Wirtschaft wieder zunehmend nach Rohstoffen
nachfragen könnte. Vielleicht ein weiteres Signal für einen Dreh der Weltwirtschaft???
02. Januar 2012 - DAX bei rund 5.954 Punkten (Tagesverlauf) -
Dow Jones bei ca. 12.217 Punkten (Schlußstand vom 30. Dezember 2011) -
Wechselkursverhältnis Euro / US-$ bei circa 1,294:
Allen Lesern wünsche ich ein gutes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2012!
An meiner Einschätzung zur aktuellen Börsenlage hat sich durch den Jahreswechsel in Bezug
auf meine letzten Kommentare (siehe hier) nicht viel verändert.
Obwohl die Zukunft und natürlich auch die Zukunft der Aktienmärkte immer mit Prognoseunsicherheiten
behaftet ist, erscheint mir das vor uns liegende Börsenjahr 2012 doch mit weit über dem Durchschnitt
liegenden Chancen und Risiken behaftet zu sein. Im schlimmsten Fall (Euro-Zusammenbruch mit
Schockwellen für die Weltwirtschaft) könnte der DAX vermutlich am Ende des Jahres dreistellig sein!!!???
Im besten Fall (Abwendung des Eurozusammenbruchs und Abwendung der Schuldenkrise mit wieder
neu beginnendem Wirtschaftsaufschwung) könnte der DAX am Ende des Jahres auch fünfstellig sein!!!???
Derzeit ist es mir nicht möglich, abzuschätzen, welches Szenario folgen könnte. Daher fahre ich im
Moment an der Börse lieber auf Sicht. Allgemein gilt der Januar bis circa Ende April als die bessere
Börsensaison. Ob es auch in diesem Jahr so sein wird, bleibt ebenfalls abzuwarten. Die letzten Monate
haben gezeigt, dass ein Trader, der bei fallenden Aktienkursen zugekauft hat und bei steigenden Aktien
wieder verkauft hat, im Durchschnitt deutlich mehr Gewinn erwirtschaften beziehungsweise deutlich
weniger Verlust "anhäufen" konnte, als ein langfristig agierender Anleger. Vielleicht sollte man diese
Tradingmöglichkeiten auch weiterhin wahr nehmen, bevor sich ein neuer, erkennbarer Trend (nach oben
oder nach
unten) an der Börse ausbildet?