Anlagestrategien |
Bevor ein potentieller Investor am Aktienmarkt aktiv wird und Aktien kauft, sollte er sich idealerweise
über unterschiedliche Anlagestrategien informieren. Natürlich steht es Ihnen frei, neben der
Vielzahl vorhandener Anlagestrategien, auch eigene Gedankenmodelle zu entwickeln. Wie so oft
im Leben gibt es nicht den einen "richtigen" Weg und damit die einzig richtige Anlagestrategie,
sondern jeder Investor muss für sich entscheiden, welche Anlagestrategie am besten zu ihm passt.
Dies sollte vor dem Hintergrund des eigenen Charakters, der eigenen Risikobereitschaft,
des allgemeinen Markt-, Konjunktur- und Zinsumfelds, aber auch
der individuellen steuerlichen
und rechtlichen (Single, in Ehe lebend, Student, Arbeitnehmer etc.) Situation
geprüft werden.
Nachfolgend werden einige ausgewählte Anlagestrategien vorgestellt.
Value-Investing Strategie
Die Value-Investing Strategie stellt einen Vergleich dar zwischen dem aktuellen Wert eines
Unternehmens, so wie es die Börse im Moment der Betrachtung sieht (siehe auch Menupunkt
Marktkapitalisierung) und dem "eigentlichen Wert" eines Unternehmens. Gibt es eine deutliche
Differenz zwischen dem aktuellen Börsenwert eines Unternehmens (Marktkapitalisierung) und
seinem "eigentlichen Wert", so prüft der Value-Investor einen Einstieg. Natürlich sollte der
"eigentliche Unternehmenswert" deutlich höher liegen als die Marktkapitalisierung. Nur dann
spricht der Value-Investor von einem werthaltigem Investment. Der Begriff Value-Investing hat
sich aus dem Gedankenansatz von Benjamin Graham und der Weiterentwicklung des
Grundmodells durch Warren Buffett, Charlie Munger und vielen anderen Investoren entwickelt.
Unter dem Menupunkt "Superinvestoren" finden Sie unter den Investoren "Warren Buffett und
Charlie Munger" und "Benjamin Graham" einige Gedanken zum Value-Investing Ansatz.
Spricht ein Value-Investor von werthaltigen Unternehmen, so fällt oft der Begriff des
"inneren Werts" eines Unternehmens. Dabei ist der Begriff des inneren Werts eines
Unternehmens kein feststehender mathematischer Wert. Vielmehr projeziert der Value-Investor
zur Ermittlung des inneren Werts eines Unternehmens die Summe der Barmittel, die dem
Unternehmen während seiner Existenz entnommen werden können und zinst diese auf den
"Gegenwartswert" ab. Um die Summe der Barmittel ermitteln zu können, muss ein
Value-Investor eine Vorstellung von den zukünftigen Gewinnen des Unternehmens haben,
und damit letztlich eine Vorstellung von der zukünftigen Unternehmensentwicklung. Aus diesem
Grund (Zukunftserwartungen) kann es durchaus sein, dass der "innere Wert" eines Unternehmens
von unterschiedlichen Value-Investoren unterschiedliche eingeschätzt wird. Festzuhalten bleibt,
dass die Value-Investing Strategie ein eher fundamental geprägter Ansatz ist, der versucht,
reale Werte zu vergleichen (innerer Wert versus Marktkapitalisierung) und daraus Vorteile zu ziehen.
Anzumerken ist, dass Value oftmals dort gefunden werden kann, wo andere Investoren aktuell
ihre Aufmerksamkeit NICHT hin richten. Dies kann folglich bei kleineren börsennotierten
Aktiengesellschaften genau so der Fall sein, wie auch in Sektoren, die aktuell völlig aus der Mode
geraten sind.
Trendfolge Strategie
Während die vorgenannte Value-Investing Strategie vorwiegend Unternehmen/Sektoren unter die
Lupe nimmt, die gerade aus der Mode gekommen und deshalb eher billig erscheinen,
setzt die
Trendfolge Strategie auf genau das Gegenteil. Dies können Sektoren sein, von denen gerade
jeder spricht, weil die Umsätze, Gewinne und damit die Börsenkurse bereits recht deutlich
gestiegen sind. Oder aber Einzelunternehmen, die seit einiger Zeit einem positiven Gewinntrend
unterliegen und idealerweise jedes Jahr ihre Gewinne steigern. Die Trendfolgestrategie setzt
(wie schon der Name vermuten lässt) nicht auf die Entdeckung neuer Trends/Aktien, BEVOR
diese von den meisten Investoren erkannt werden, sondern auf die angenommene Weiterführung
von Trends, die bereits seit einiger Zeit bestehen. Das Mittel der Trendfolgestrategie liegt
vorwiegend in der Betrachtung von Charts. Natürlich schauen in der Regel auch Anhänger der
Trendfolgestrategie auf die Unternehmenskennzahlen oder den Sektor, meist aber nur als
zusätzlicher Informationsquelle. Der Anhänger der Trendfolge Strategie betrachtet ein positiv
verlaufenes Chartbild, versucht dieses positive Chartbild nachträglich bis zur Gegenwart zu
erklären, hat eher eine vage Vorstellung von Unternehmenswerten oder der Dauer von Trends,
setzt jedoch darauf, dass all diejenigen die Zukunft der Aktie/des Sektors besser einschätzen
können, die in der Vergangheit für steigende Kurse gesorgt haben. Oftmals halten Trends in der
Tat über einen längeren Zeitraum an. Beispiele hierfür sind aktuell (Mai 2008) vielleicht der bereits
seit garumer Zeit andauernde Trend in der Höherbewertung von Rohstoffen und Agrarrohstoffen
und der mit dieser Höherbewertung einhergehende Gewinnanstieg der Unternehmen, die in diesen
Sektoren tätig sind. Anzumerken ist bei allen Chancen aber auch, dass Trendfolgeaktien in der
Regel mit klassischen Bewertungsmaßstäben eher teuer sind.
Dividenden Strategie
Die Dividenden Strategie setzt natürlich nur auf Aktien, die zumindest zum Kaufzeitpunkt eine
Dividende ausschütten bzw. ausschütten wollen. Deshalb fallen in dieser Aktienanlagestrategie alle
Unternehmen als Anlagevehikel weg, die auf thesaurierende Erträge setzen und keine
Dividende auschütten bzw. ausschütten wollen. In der Dividenden Strategie wählt der Anleger
eine Gruppe von Unternehmen aus und investiert sein Geld konsequent in die Aktien innerhalb
der Gruppe, die die höchste Dividende ausschütten. Nehmen wir als Beispiel die bekannten
Indizes "DAX" und "Dow Jones", dann zielt die Dividendenstrategie darauf ab, zum Beispiel einmal
im Jahr konsequent und zu gleichen Teilen in das Drittel der Unternehmen/Aktien zu investieren,
die die höchste Dividendenrendite vorweisen. Nach einer festgelegten Betrachtungsperiode
(zum Beispiel 1 Jahr) wird dieser Vorgang des Umschichtens in die Unternehmen mit der höchsten
Dividendenrendite wiederholt. Studien zeigen, dass diese Strategie durchaus eine höhere
durchschnittliche Rendite liefert wie der Index (DAX oder Dow Jones) selbst. Aus meiner subjektiven
Sicht macht es Sinn, darauf zu achten, dass die Unternehmen ihre Dividende auch wirklich
verdienen. Erfahren Sie mehr dazu unter den Untermenupunkten "Dividendendeckung" und
"Ausschüttungsquote" Dies ist aber nur meine persönliche Meinung. Die klassische Dividenden
Strategie zielt meiner Meinung nach mechanisch auf die höchsten Dividendenrenditen in einem
Index.
Anlage in und mit Konjunkturzyklen
Diese Anlageform setzt auf die grundsätzliche Überlegung, dass sich Wirtschaftszyklen im Abstand
von einigen Jahren wiederholen. Ein Großteil der Aktien folgt in seinen Aktienkursen diesen
Wirtschaftszyklen, mal mehr, mal weniger. Da die Börse oftmals Entwicklungen vorweg nimmt,
ist der Konjunkturverlauf und der Verlauf der Aktienkurse zeitversetzt, korreliert aber dennoch
miteinander. Grob gesehen lassen sich verschiedene Konjunkturzyklen aufzeigen, nämlich:
Konjunkturzyklen lassen sich nicht immer genau definieren und von einander trennen. Der Übergang
ist fliessend. Auch können Ausprägungen und Zeit der 4 Konjunkturzyklenszustände verschieden
sein.Typisch ist jedoch, dass sich die Konjunkturzyklen wiederholen.
Gehen wir gedanklich an das Ende einer Rezession und damit an den Beginn eines neuen
Aufschwungs:
zu A) Aufschwung:
Die überlebenden Unternehmen der letzten Rezession haben zwangsläufig intensive
Rationalisierungsmassnahmen durchgeführt. In der Aufschwungphase sehen sich die Masse
der Unternehmen einer starken und weiter stark steigenden Nachfrage nach ihren Produkten
und Dienstleistungen gegenüber. Die steigende Nachfrage lastet die Produktionskapazitäten
immer besser aus und die Gewinne steigen mit zusätzlichen Aufträgen aufgrund der
Fixkostendegression (economies of scale) überproportional an. Dazu trägt sicher auch bei,
dass die Unternehmen es insgesamt leichter haben, höhere Preise am Markt duchzusetzen,
was die Gewinnmargen noch zusätzlich positiv beeinflusst. Die Börse hat den Aufschwung
zumeist bereits mit deutlichen Gewinnen bei den Aktienkursen vorweg genommen, lange
bevor dieser
in der Realwirtschaft zu sehen war.
zu B) Konjunkturhöhepunkt:
Die konjunturelle Entwicklung hat ihren Höhepunkt erreicht. Die Produktionskapazitäten sind
mehr oder weniger maximal ausgelastet. Um die weiter steigende Nachfrage zu bedienen,
werden
Investitionen in neue Kapazitäten
notwendig, (falls die bisherigen Produktionskapazitäten
voll
ausgelastet sind) die sich am
Arbeitsmarkt duch Neueinstellungen bemerkbar machen.
Die Börse quittiert die Phase des Konjunkturhöhepunkts ebenfalls meist noch mit steigenden
Notierungen, jedoch deutlich selektiver als in der Aufschwungphase. Es wird speziell auf die
Ergebnisse der Unternehmen geachtet. Gewinnüberraschungen werden positiv honoriert.
Negativmeldungen führen zu eher fallenden Aktienkursen des speziellen Unternehmens,
dass die Negativmeldung produziert hat. Gegen Ende des Konjunkturhöhepunkts sieht die Börse
zumeist das Ende des Aufschwungs voraus und reagiert mit einem Prozess von sinkenden
Aktienkursen. Erst schleichend, dann immer schneller, trotz weiterhin guter Nachrichten aus
den Unternehmen. Die Abschwungpahse hat an der Börse eingesetzt und steht in der
Realwirtschaft unmittelbar bevor. Oftmals steuern die Zentralbanken auch mit höheren Leitzinsen
gegen die drohende und immer mehr sichtbaren inflationären Tendenzen an und machen
Aktienanlagen zudem noch unattraktiver.
zu C) Abschwung:
Wie bereits unter dem Punkt "Konjunkturhöhepunkt" beschrieben, hat die Börse schon damit
begonnen, dem Anleger auf breiter Front Verluste zu bescheren. In der Realwirtschaft lässt
die Nachfrage nach Produkten nach. Dem folgt ein verringerter Auftragseingang der Industrie,
gefolgt von niedrigeren Produktionszahlen der "Produkte" der Unternehmen . Überkapazitäten
treten zu Tage und
sorgen für einen Preisdruck bei den Produkten der Unternehmen. Überkapazitäten
plus Preisdruck,
oftmals einhergehend mit sinkenden Umsätzen sorgen auf breiter Front für
einen massiven Rückgang der Unternehmensgewinne. In fast jedem Produktbereich sinken
die Gewinnspannen, was oftmals zur Folge hat, dass Unternehmen mit schwächeren
Gewinnmargen durch ihre Unternehmenstätigkeit auch in die Verlustzone geraten können.
Die Notenbanken realisieren den Abschwung langsam und steuern mit ersten Zinssenkungen
oder zumindest dem Aussetzen von weiteren Zinserhöhungen sanft entgegen. Der Staat legt
möglicherweise Konjunkturprogramme auf oder gewährt Steuervergünstigungen. Trotzdem
kann es in Folge des Abschwungs zu einer Rezession kommen.
zu D) Rezession:
Die Realwirtschaft liegt in einer Rezession am Boden. Fast jedes Unternehmen klagt über die
aktuelle wirtschaftliche Lage und Überkapazitäten müssen abgebaut werden. Dies geschieht
auf verschiedenen Wegen. Übernahmen und Fusionen von Unternehmen ist eine Möglichkeit,
kontrolliert Überkapazitäten zu reduzieren. Andere Unternehmen können die Durststrecke nicht
durchstehen und scheiden durch einen Konkurs aus dem Markt aus. Dies ist aber oft auch die
Zeit, in der sich die überlebenden Unternehmen (meist die mit höheren Margen und/oder besseren
Produkten) einen größeren Marktanteil erkämpfen, obwohl auch diese Unternehmen absolut
gesehen mit Umsatzrückgängen konfrontiert sind. Der Arbeitsmarkt liegt ebenfalls völlig am
Boden und die Arbeitslosenzahlen erreichen neue kurzfristige Höchststände. Die Zinsen
wurden bereits von den Notenbanken sehr deutlich gesenkt oder werden weiterhin zurückgeführt.
Die Unternehmen rationalisieren massiv und versuchen, ihre Kostenbasis zu verbessern.
Irgendwann in der Phase der Rezession beginnt die Börse wieder zu steigen. Offenkundig
gibt es zunächst für den Anstieg der Börse keinen vernünftigen Grund. Aber dennoch steigt die
Börse deutlich an und signalisiert (meist im Zeitraum von 3 bis 9 Monaten nach dem Anstieg der
Börse) ein Ende der Rezession (in der Realwirtschaft)
und damit den Beginn der Aufschwungphase.
Der Konjunkturzyklus beginnt von neuem.
Wie der Name schon vermuten lässt, geht es beim Daytrading um Käufe von Wertpapieren,
die zumeist im Verlauf des Tages wieder verkauft werden. Der Daytrader hofft auf schnelle Bewegungen
der gekauften Wertpapiere in die gewünschte Richtung. Grundlage für Kaufentscheidungen bzw.
Verkaufsentscheidungen von Wertpapieren sind oftmals kurzfristige Charts. Heute bieten spezialisierte
Broker/spezialisierte Unternehmen (auch Direktbanken) dem Daytrader verschiedene, auf das
Daytrading abgestimmte
Leistungen an. Leistungen wie schnelle Kauf- Verkaufsmöglichkeiten
von Wertpapieren via Internet/PC,
Verfügbarkeiten von Charts aller Art, teils die Möglichkeit,
Wertpapiere/Aktien auch leer zu verkaufen etc. Handelt ein Daytrader extrem viele Positionen im
Durchschnitt am Tag, spricht man von Heavy-Tradern. Daytrader und Heavytrader sind gern
gesehene Kunden von Direktbanken und auf dieses Klientel spezialisierte Unternehmen, da
Banken und Broker an Wertpapierumsätzen über Provisionen verdienen. Je mehr, umso besser,
aus Banken/Broker Sicht. Fundamentale Daten und grundsätzliche Überlegungen zu
Entwicklungsmöglichkeiten von Unternehmen/Aktien sind für den Daytrader uninteressant. Vielmehr
bestimmen (wie schon beschrieben) Charts die Überlegungen von Daytradern genauso wie
Tagesmeldungen zur Konjunktur, zu Zinsen, Währungen oder einzelnen Unternehmen.
Im Menupunkt "Sparen" wird darauf hingewiesen, wie unglaublich positiv für die langfristige
Vermögensentwicklung ein Zinseszinseffekt sein kann. Vor allem dann, wenn sich die Zinsen
(oder Renditen) deutlich oberhalb der Inflation (Steuern bleiben bei der Betrachtung aussen vor)
bewegen. Sind Unternehmen in der Lage, dauerhaft hohe Gewinnmargen durch den Verkauf ihrer
Produkte und Dienstleistungen zu generieren, so erwirtschaften diese Unternehmen gegenüber
alternativen Anlageformen deutliche Überrenditen (Lesen Sie dazu bitte auch die Untermenupunkte
"Eigenkapitalrendite", "Return on Assests" und "Return on Investment"). Kommt dann noch die
Möglichkeit des Unternehmens hinzu, die Gewinne dauerhaft in das eigene operative Geschäft
zu investieren und damit weiter zu wachsen
(gleiche Gewinnrenditen vorausgesetzt), so kann eine
grundsätzlich günstige Form der Geldanlage vorliegen. Solche Unternehmen (hohe Margen, meist auch
eine gute Bilanz und weitere Wachstumsmöglichkeiten über Jahre oder gar Jahrzehnte) werden
von der Börse natürlich auch mit höheren Preisen bedacht, als margenschwächere Unternehmen.
Falls der Anleger ein solches Unternehmen jedoch zu einem günstigen Preis erwerben kann und
das Wachstum im operativen Bereich dauerhaft fortgesetzt werden kann mit gleichbleibend hohen
Gewinnmargen, so kann sich ein solches Investment als eine dauerhaft gute Anlageform heraus
stellen. Das Risiko bei dieser Art von Anlagestrategie liegt allerdings darin, dass das Unternehmen
seine Gewinnmargen einbüßt und auf ein "Normalniveau" zurück fällt oder zeitweise sogar in die
Verlustzone rutscht. Dann ist zwischen der Bewertung des Unternehmens bei ehemals hohen
Gewinnmargen und der Bewertung des Unternehmens bei "Normalrenditen" oftmals viel Luft
nach unten beim Aktienkurs. Natürlich unterliegen auch diese Unternehmen, so wie alle
Unternehmen, dem grundsätzlichen Insolvenzrisiko.
Ob dies noch eine seriöse einzuschätzende Strategie ist, muss der Leser selbst entscheiden. Ich mahne
bei dieser Strategie jedenfalls zur Vorsicht. Pennystocks sind zumeist Aktien, die aktuell zu unter einem
Euro an der Börse gehandelt werden. Dies hat meist auch einen trifftigen Grund. Viele dieser
Unternehmen sind insolvent oder stehen vor der Insolvenz. Gelingt es, die Insolvenz abzuwenden und
das Unternehmen auf einen Gewinnpfad zurück zu bringen, winken hohe Gewinne. Verfielfachungen
des Einstandskurses sind dann möglich. Gelingt es jedoch nicht, die drohende Insolvenz abzuwenden,
erleidet der Anleger einen Totalverlust seines eingesetzten Kapitals. Als seriöse Geldanlage für
Otto Normal Privatanleger sehe ich die Pennystocks Strategie jedenfalls nicht an. Hier sollte sich
maximal der Profi mit einem sehr kleinen Teil seines zur Verfügung stehenden Kapitals engagieren.
Eher als Alternative zu Glücksspielen und weniger als Ernst zu nehmende Geldanlage.
Es gibt einige Anleger, die bei Ihren Anlageentscheidungen ausschliesslich auf Unternehmen/Aktien setzen,
die über einen Markennamen verfügen. Diese Produkte, die im Allgemeinen primär auf den Endverbraucher
(Konsument) abzielen, werden als Markenprodukte vom Verbraucher wahr genommen und erzielen
dadurch in der Regel eine höhere Gewinnmarge als "no name Produkte". Vermutlich kommt dazu auch noch
ein psychologischer Faktor, der Anlegern diese Marken Strategie näher bringt, denn: Im Allgemeinen
kauft der Anleger lieber da ein, wo er bereits die Produkte kennt und damit einen Bezug zum Unternehmen/zur
Aktie hat. Sicherlich ist die Marken Strategie eine vernünftige Strategie, wenngleich auch Markennamen nicht
vor Insolvenz des Unternehmens oder herben Verlusten der zu Grunde liegenden Aktie schützen. Und auch bei
der Marken Strategie gilt neben dem allgemeinen Risiko, das jede Aktie mit sich bringt, dass auch Aktien,
die Markennamen produzieren, zu teuer sein können. Eine Prüfung und Bewertung des Unternehmenswerts
ist aus meiner Sicht auch bei der Marken Strategie unumgänglich.
Es gibt Unternehmen (Aktien), die über einen langen Zeitraum jedes Jahr im Durchschnitt ein vielleicht zweistellige
Umsatzwachstum und Gewinnwachstum aufweisen können. Dies sind grundsätzlich interessante Unternehmen
für potetntielle Anleger,
wenn mindestens drei Bedingungen erfüllt sind:
1) Die Aktien sind zum gegenwärtigen Zeitpuznkt nicht zu teuer (siehe hierzu auch den Menupunkt Fundamentales
Unterpunkt PEG).
2) Die Aktien weisen nicht nur ein Umsatzwachstum auf, sondern auch ein Gewinnwachstum (steigende Umsätze
zu generieren bei steigenden Verlusten ist nicht schwer und kann jeder von uns).
3) Die im Durchschnitt der Jahre erwirtschafteten Gewinne schlagen die Kapitalkosten. Das Unternehmen arbeitet
also mit auskömmlichen Gewinnmargen.
Sind diese drei Grundbedingungen erfüllt, und gehen die Zukunftsprognosen für das Unternehmen auf, so kann
ein hohes Gewinnwachstum im Lauf der Zeit märchenhafte Gewinne für den langfristig orientierten Anleger
erwirtschaften. Vergleichen Sie hierzu bitte auch den Menupunkt Sparen.
Es gibt mit schöner Regelmäßigkeit an der Börse immer Unternehmen und Branchen, von denen Ihnen zum
Zeitpunkt der Betrachtung die Mehrheit der Analysten und Börsianer dringend abraten würde, in diese Aktien/Branchen
zu investieren. Entsprechend billig sind solche Aktien/Branchen meist. Die ganzen negativen Erwartungen sind bereits
in den billig erscheinenden Aktienkurse eingearbeitet. Wenn in dieser Erwartung auch nur irgendetwas besser läuft
als angenommen, so haben diese Aktien/Branchen ein deutliches Aufwärtspotential. Und genau auf dieses Muster
setzt die Strategie des Antizyklischen Investierens. Oftmals vermischen sich bei dieser Vorgehensweise auch die
Strategie des Antizyklischen Investierens mit anderen Strategien (zum Beispiel der Value-Investing Strategie).
Die Antizyklische Investitionsstrategie macht dabei letztlich nichts anderes, als eine Hausfrau, die schaut, welche
Waren es wann billig zu kaufen gibt. Erdbeeren im Winter in einem Nobelkaufhaus sind tabu (vergleichbar mit
Aktien/Branchen, die gerade im Fokus aller stehen und daher relativ teuer sind - am "besten" noch dann, wenn
auch die Börsenindizes nahe ihren Höchstständen notieren). Erdbeeren im Sommer beim
Discounter um die
Ecke sollten es sein. Eigentlich ein recht einfacher und erfolgreicher Gedanke. Doch wirkt an der Börse
die ständig konträre Meinungen psychologisch auf die meisten Anleger so ein, dass sie diesen einfachen Gedankengang
nicht mehr verfolgen können.
Gibt es bei einer börsennotierten, deutschen Aktiengesellschaft einen Großaktionär, der mindestens 95 % aller
Aktien besitzt, so hat dieser Großaktionär die Möglichkeit, die verbleibenden Aktionäre aus dem Unternehmen
zu drängen (ein so genanntes Squeeze Out Verfahren). Dann kann das Unternehmen von der Börse genommen
werden und der Großaktionär als alleiniger
Besitzer kann das Unternehmen uneingeschränkt dominieren. Doch
zuvor muss den Minderheitsaktionären (den restlichen Aktionären) mittels einer so genannten Barabfindung ein
Angebot unterbreitet werden, dass in der Regel über den aktuellen Aktienkursen liegt. Die erste potentielle
Gewinnquelle. Nimmt der Minderheitsaktionär diese Barabfindung nicht an, wird in der Regel bei den Kursen
(Offerten der Aktienkurse) nachgebessert. Die Nachbesserung der Offerte für die Aktienkurse läuft über das
Spruchstellenverfahren. Verzichtet der Aktionär dann auf rechtliche Schritte, kann der Tausch (Aktien gegen Geld)
vollzogen werden und viele Parteien sind glücklich. Der Großaktionär, der nun alle Aktien hält und auch der
Minderheitsaktionär,
der bei dieser Abfindungsspekulation zweistellige, prozentuale Kurszuwächse erzielen kann.
Der durchschnittliche Privatanleger gehört wohl mehrheitlich zur Gruppe der so genannten "Homebuyers".
Das heisst, er favorisiert bei Aktienanlagen vor allem Aktien aus seinem Heimatland. Dies kannn durchaus eine
gute Anlagestrategie sein, denn der Privatanleger ist gerade bei Aktien in seinem Heimatland näher dran am
Informationsfluss, er hat die Möglichkeit, Unternehmen und Produkte besser kennen zu lernen und last but not
least gibt es keine Sprachbarrieren. Für professionelle Investoren oder besonders engagierte Privatanleger besteht
aber auch die Möglichkeit, die Attraktivität von Ländern und Regionen in Bezug auf die Bewertung von Aktien und
die Wachstumsaussichten miteinander zu vergleichen. Hat ein Land ein durchschnittliches KGV seiner börsennotierten
Unternehmen von vielleicht 7 bei einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von vielleicht 5 %, so erscheint eine
Aktienanlage in diesem Land erfogversprechender als die Aktienanlage in einem Land, in dem das durchschnittliche
KGV bei 15 liegt bei einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von vielleicht 2 % (politische und wirtschaftliche
Stabilität in beiden vergleichbaren Ländern vorausgesetzt). Der professionelle Investor oder engagierte Privatanleger
würde sich in einem ersten Schritt bei dieser Anlagestrategie vielversprechende Länder oder Regionen anschauen
und in die aus seiner Sicht besten Länder oder Regionen investieren. Erst im zweiten Schritt beschäftigt sich der
Anleger, der dieser Strategie folgt, mit der Frage, in welche Aktien (Einzeltitel) er sein Geld in den ausgewählten
Ländern investiert. Gegebenenfalls eignen sich je nach zur Verfügung stehenden Informationen und Kenntnissen
in den jeweiligen Märkten bei dieser Strategie auch eher Aktienfonds!? Denn Aktien zu bewerten in exotischen
Ländern, in denen womöglich noch ein anderer Kulturkreis und Sprachbarrieren gegeben sind, macht die Bewertung
nicht gerade einfacher. Auch professionelle Investoren, die für große Banken und/oder Fondshäuser arbeiten,
sind in diesen Fällen vor Ort, kennen die Kultur und sind sehr oft auch der Landessprache mächtig.
Wenn der engagierte Privatanleger aber einen Vergleich zwischen verschiedenen Ländern ziehen kann, auf gute
Aktienfonds zurück greift, die in den ausgewählten Ländern ihren Anlageschwerpunkt haben, dann besteht durchaus die
Möglichkeit, mit dieser Anlagestrategie "Länder und Regionen" eine sehr gute Rendite zu erwirtschaften.
Genau wie in der "Anlagestrategie Länder und Regionen" konzentriert sich der Investor hier auf ein Teilsegment
des Aktienuniversums. Während es bei der "Anlagestrategie Länder und Regionen" eine regionale Selektion
gibt, geht es bei der "Anlagestrategie Branchen" um eine Selektion der Unternehmen nach Tätigkeitsschwerpunkten.
So kann zum Beispiel ein Investor sehr negativ gestimmt sein für die weitere Entwicklung der Aktienmärkte
in naher Zukunft. Aber trotzdem fällt die Entscheidung, in ein spezielles Marktsegment zu investieren, weil
der Investor speziell für dieses Segment eine sehr gute Entwicklung erwartet. Zum Beispiel die Biotechnologie.
Die Buy and Hold Strategie ist eine langfristig ausgerichtete Strategie, die vorsieht, sich an einer Aktie zu
beteiligen, und diese Aktie dann über einen sehr langen Zeitraum nicht mehr zu verkaufen, also zu "halten".
Daher kommt auch der Name, nämlich "Kaufen" (Buy) und "Halten" (Hold). Ob diese Strategie sinnvoll ist,
muss jeder Investor selbst entscheiden. Meine persönliche Meinung ist die, dass diese Strategie nur dann
sinnvoll ist, wenn sie in echten Wachstumsunternehmen (siehe auch "Anlage in Wachstumsunternehmen"
hier in diesem Menupunkt) zu vernünftigen Einstiegskursen umgesetzt wird. Und selbst dann sollte der
Investor zumindest einmal im Jahr überprüfen, ob die Wachstumsstory des Unternehmens noch intakt ist.