(eigene) Person / persönliches Umfeld

Der Selsbtändige/Unternehmer

 

Nachdem Sie sich nun vergewissert haben, dass die von Ihnen angestrebte Geschäftsidee keine rechtlichen
Konsequenzen nach sich zieht, es also rechtlich legitim ist, Ihre Geschäftsidee zu verfolgen, sind nun Sie selbst
und Ihr persönlichen Umfeld in den Blickpunkt der Betrachtung gerückt.
Wie allgemein bekannt ist, gibt es natürlich viele unterschiedliche Tätigkeitsfelder für einen Gründer. Der potentielle
Gründer sollte vernünftigerweise erst einmal beleuchten, in welcher persönlichen Situation er lebt. Handelt es
sich um einen Single? Oder eine(n) Familienvater/Familienmutter? Ist der Gründer noch jung und gesund oder
liegen schon einige gesundheitliche Beschwerden vor, die ein körperliches Arbeiten erschweren?

1) Blickwinkel Arbeitszeit:
Einige Gründer versuchen sich beispielsweise mit der Idee, einen Kiosk zu eröffnen. Dies kann natürlich
funktionieren und sich auch wirtschaftlich rechnen, wenn der Gründer zuvor eine solide Finanzplanung an den
Tag gelegt hat, den Standort des Kiosks mit Bedacht gewählt hat und zusätzlich über fachlisches know how in
diesem Bereich verfügt.
Tatsächlich ist es jedoch so, dass unter anderen auch die Kiosk-Geschäftsidee zu den häufigsten Geschäftsideen
gehört, die nach einiger Zeit wieder scheitern. Dafür können natürlich wirtschaftliche Gründe verantwortlich sein,
so wie in anderen Tätigkeitsbereichen von "Unternehmensgründern" auch. Ein weiterer Hauptgrund speziell bei
der Geschäftsidee Kiosk ist aber auch die enorm große Arbeitszeit, die ein Kioskbetreiber bereit stellen muss.
Es ist keine Seltenheit, wenn der Tag um 5 Uhr morgens beginnt und mit Unterbrechung um 19 Uhr oder 20 Uhr
abends endet. Dazu wird von einem Kioskbetreiber noch erwartet, dass auch am Samstag und am Sonntag
der Kiosk geöffnet ist. Wer dazu nicht bereit ist oder aufgrund der familiären Situation (Kinder, Angehörige, die
gepflegt werden müssen etc.) gar nicht in der Lage ist, diese Öffnungszeiten für seine Kunden anzubieten,
wird den Kiosk schnell wieder schliessen (müssen). Wer natürlich verschiedene Familienmitglieder
vorzuweisen hat, mit denen eine Aufteilung der Arbeitszeiten möglich ist, hat bessere Chancen, in Punkto Arbeit
die Kiosk-Idee nachhaltig und mit Erfolg zu betreiben.

2) Blickwinkel Eigenkapital:
Es ist wohl kein Geheimnis: Die Neugründung eines Geschäfts beziehungsweise eines Unternehmens bedarf
einer Anlaufphase, in der einiges an Geld und Zeit investiert werden muss, damit sich die Geschäftsidee
überhaupt trägt. Es wäre daher nicht ungewöhnlich, wenn in den ersten Wochen oder Monaten operativ
ein Verlust verbucht werden müsste, der sich dann in guten und erfolgreichen Fällen der Neugründung schnell
in einen operativen Gewinn wandelt. Wer hier über kein Eigenkapital oder sogar noch Schulden verfügt, hat sicher
eine schlechtere Ausgangslage wie derjenige, der seine Gründung zunächst nur mit Eigenkapital finanzieren
kann. Natürlich kann und soll hier nicht der Eindruck entstehen, dass Neugründungen ohne Eigenkapital
nicht funktionieren, denn dies zu behaupten wäre schlicht falsch. Ausserdem bedeutet eine erfolgreiche
Geschäftsgründung auch, dass die Kapitalkosten durch die Geschäftsidee erwirtschaftet werden können
(Vergleichen Sie hierzu auch gerne Gedanken im Menupunkt Fundamentales ... Kapitalkosten, denn was für
börsennotierte Aktiengesellschaften gilt, gilt natürlich auch für kleine Unternehmen und Start Up´s).
Trotzdem bleibt natürlich der Einwand bestehen, gerade auch was den Beginn einer Unternehmung anbelangt, dass
Eigenkapital einen Gründer unabhängiger von Dritten (zum Beispiel Banken) macht und auch eine längere
"Durststrecke" des Unternehmens ermöglicht. Denn Anfangsverluste zehren zunächst an dem noch
vorhandenem Eigenkapital. Ein Unternehmen ohne Eigenkapital UND gleichzeitig vorhandenen operativen
Verlusten ist de facto insolvent, wenn kein naher Zeitpunkt sichtbar wird, an dem operative Gewinne
erwirtschaftet werden oder wenn kein neuer Kapitalgeber dem Unternehmen zu Hilfe kommt.